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Mittwoch, 28. September 2011

Shuji Terayama

Der Dichter, Regisseur, Dramaturg und Drehbuchautor Shuji Terayama wurde 1935 in Hirosaki geboren. Er wuchs als Einzelkind auf. Sein Vater verstarb 1945 in Indonesien, was seine Mutter dazu veranlasste, an einer amerikanischen Militärbasis zu arbeiten. Shuji wuchs deswegen bei seinem Onkel auf, der in ihm die Begeisterung für das Medium Film weckte. Im Alter von 18 Jahren machte er mit seinen Tanka und Haiku auf sich aufmerksam und gewann den Newcomer-Preis der Zeitschrift Tanka Kenkyu. Er begann mit seinem Studium der japanischen Literatur an der Waseda-Universität, was er jedoch krankheitsbedingt abbrechen musste. Während seiner dreijährigen Rekonvaleszenz entdeckte er die surrealistischen Werke von Antonin Artaud and Lautréamont kennen und schätzen. Daraufhin arbeitete er in den Kneipen von Shinjuku und gelangte zu der Überzeugung, dass man mehr vom Boxen und von Pferderennen über das Leben lernen könne als durch institutionalisierte Bildungseinrichtungen.

Anfang der 60er Jahre begann er, erste Filme zu drehen. 1967 gründete er das experimentelle Avantgarde-Theater Tenjo Sajiki, mit dem er auf Theaterfestivals weltweit Erfolge feierte. 1976 verdingte sich Shuji Terayama als Jury-Mitglied der Berlinale. 1983 starb er an Leberzirrhose. Sein Werk umfasst fast 200 literarische Werke und mehr als 20 Filme, die oftmals autobiographische Elemente aufweisen: Außenseitertum, Einsamkeit, Revolte und ein gestörtes Verhältnis zu den Eltern.

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