Labels

Donnerstag, 26. Februar 2015

„Moshi Moshi“ von Banana Yoshimoto

Banana Yoshimotos Roman „Moshi Moshi“ ist wie ein Norah Jones-Song: Irgendwie tief melancholisch, traurig und dabei doch leicht hingehaucht, ohne allzu sehr zu belasten. Viel Handlung darf der Leser jedoch nicht erwarten, stattdessen muss er sich darauf einlassen, der Melodie des Tokioer Stadtviertels Shimokitazawa zu lauschen, dem Banana Yoshimoto mit „Moshi Moshi“ eine literarische Liebeserklärung macht.

Banana Yoshimotos Protagonistin Yoshie und deren Mutter gehen gerade durch eine besonders schwere Zeit: Yoshies Vater hat sich mit seiner düsteren Geliebten zusammen das Leben genommen. Der Doppelselbstmord erschüttert die beiden Frauen zutiefst; niemals hätten sie sich ausgemalt, dass der Familienvater zu so etwas fähig wäre. Sie fallen in ein tiefes Loch aus dem sie sich nur ganz langsam wieder hocharbeiten können. Yoshie verlässt die Wohnung ihrer Eltern und mietet sich in einem heruntergekommenen Zimmer in Shimokitazawa ein. Kurz später folgt ihr die Mutter – sie braucht ebenfalls dringend Luftveränderung, insbesondere da ihr der Geist ihres Mannes immer wieder in der alten Wohnung erscheint.

Und so arrangieren sich die beiden Frauen auf geringem Raum und finden langsam wieder zu sich selbst. Insbesondere bei Yoshies Mutter fällt die Veränderung eklatant auf: Aus der Birkin-Bag tragenden Madame aus Meguro wird eine Kaffeehausmitarbeiterin in Jeans. Yoshie hingegen lässt sich behutsam auf Beziehungen mit Männern ein; stürzt sich aber primär in ihren neuen Job im Bistro „Les Liens“. Der Name des Bistros ist Programm – denn Bande zur Welt der Lebenden haben Mutter und Tochter, die zum Tiefpunkt der Trauerphase keine Nahrung mehr zu sich nahmen, erst wieder im „Les Liens“ (= Bindungen/Bande) geknüpft: Bei Salat und Eis kamen sie im französischen Bistro wieder etwas zu Kräften. Die  Arbeit im „Les Liens“ gibt Yoshie Halt und Ablenkung.

Dennoch wird sie von Träumen über ihren Vater verfolgt. Der hatte am letzten Tag seines Lebens sein Handy in der Wohnung vergessen. Und so träumt Yoshie von Anrufen aus dem Jenseits – daher auch der Romantitel „Moshi Moshi“.

Banana Yoshimotos „Moshi Moshi“ ist trotz einiger übernatürlicher Elemente (Geistererscheinungen, Träume und der geheimnisvollen, düsteren Geliebten) nicht so sehr von Übersinnlichkeit geprägt, wie andere Romane der Autorin. Viel mehr Platz nimmt die Darstellung von Kneipen- und Restaurantbesuchen ein, die einerseits dazu dienen, die Atmosphäre von Shimokitazawa nachzuzeichnen und vielleicht die Funktion eines besonders langen Leichenschmauses haben: Beim Essen kommen die Protagonisten dem normalen Alltag wieder näher, bauen Bindungen auf und stärken sich für neue Herausforderungen.

Leser, die auch einmal eine liebe Person verloren haben, werden sich in vielen Gedankengängen von Yoshie wiederfinden. So z.B. in dem Zwiespalt, dass man die tiefe Trauer doch möglichst bald hinter sich haben will, aber gleichzeitig davor Angst hat, dann den geliebten Menschen vergessen zu haben. Daher ist „Moshi Moshi“ sicherlich keine Lektüre für den lustigen Strandurlaub, sondern eher für den gemütlichen und auch etwas nachdenklichen Abend mit einer Tasse Tee – und Norah Jones-Songs, die im Hintergrund laufen und die Stimmung von „Moshi Moshi“ widerspiegeln.

Bibliographische Angaben:
Yoshimoto, Banana: „Moshi Moshi“ (Übersetzung aus dem Japanischen: Pfeifer, Matthias), Diogenes, Zürich 2015, ISBN 978-3-257-06931-0

Sonntag, 22. Februar 2015

„Gesammelte Erzählungen“/„Tod im Hochsommer“ von Yukio Mishima

Jedem Yukio Mishima-Einsteiger sei der Band „Gesammelte Erzählungen“ (auch erschienen als „Tod im Hochsommer“) sehr ans Herz gelegt. Er bietet ein sensationelles Preis-Leistungs-Verhältnis, da unter anderem die auch als Einzelpublikationen erschienen Erzählungen bzw. Kurzromane „Patriotismus“ und „Die Brandung“ enthalten sind.

Der Band startet mit der tragischen Erzählung „Tod im Hochsommer“: Die dreifache Mutter Tomoko verliert bei einem Badeunfall sowohl zwei ihrer Kinder als auch die Schwägerin, die den Nachwuchs eigentlich hätte beaufsichtigen sollen. Zum Schock gesellen sich Schuldgefühle; die Beziehung zu ihrem Mann leidet. Sie versucht sich an verschiedenen Strategien, um auf den Weg in die Normalität zurück zu finden.

„Drei Millionen Yen“ sind er Betrag, von dem Kenzo und seine Frau Kiyoko träumen. Noch leisten sich die beiden nur drei Kekse, die wie je ein eine Million Yen-Schein gestaltet sind. Vielleicht versprechen die Kekse den beiden Glück für den kommenden Abend, denn es scheint ein Auftrag zu winken, der sowohl etwas dubios, dafür aber auch lukrativ ist.

„Thermosflaschen“ spielen eine verräterische Rolle in Yukio Mishimas gleichnamiger Erzählung. Wieso hat der kleine Sohn von Kawase nur so eine Angst vor Thermoskannen?

In einer Zeit, in der die Erfindung von Thermoskannen noch lange nicht ansteht, spielt „Der Priester des Tempels in Shiga und seine Liebe“: Der tugendhafte Priester von Shiga hat dem Diesseits schon lange abgeschworen. Doch als er eine besonders liebreizende Hofdame des Kaisers erblickt, ist es um seinen kontemplativen Zustand geschehen. Alle Versuche, die Konkubine des Herrschers aus seinen Gedanken zu verdrängen, scheitern. Die Hofdame wiederum ist von ihrem diesseitigen Leben schon längst völlig übersättigt und glaubt wie der Priester an den Lotos-Buddhismus. Steht die verrückte Liebe dem Eingang ins buddhistische Paradies entgegen oder mag sie beiden den Weg dorthin ebnen?

Die zwei Geishas Koyumi und Kanako und die Gastwirtstochter Masako wollen in einer Vollmondnacht eine stille Prozession abhalten. In „Die sieben Brücken“ folgen die drei einem Aberglauben: Wer schweigend und betend sieben Brücken im nächtlichen Tokio überquert, dem geht ein Wunsch in Erfüllung. Masako wird von ihrer Mutter der Bauerntrampel Mina mit auf den Weg gegeben. Es stellt sich heraus, dass die sieben Brücken gar nicht so einfach zu passieren sind.

Yukio Mishimas „Patriotismus“ wirkt hinsichtlich des späteren Seppukus des Autors doppelt abstoßend: Im Jahr 1936 hat Leutnant Takeyama keine Teilhabe an einem missglückten Putschversuch seiner Kameraden. Seine Freunde hatten den seit kurzem vermählten Takeyama aus Rücksicht auf die frische Ehe nicht in den Plan eingeweiht. Doch nun soll Takeyama gegen die Kameraden vorgehen – eine ausweglose Situation für sein Ehrgefühl. Da bleibt ihm nur eines, um sowohl seinen Kameraden als auch seiner Pflicht treu ergeben zu bleiben: Takeyama beschließt, sich den Bauch aufzuschlitzen. Seine Ehefrau Reiko ist ihm derart ergeben, dass sie ihm in den Tod folgen wird. Bei der Lektüre drängt sich der Eindruck auf, dass Yukio Mishima mit „Patriotismus“ sein Idealbild des eigenen Todes skizziert hat. Da verwundert auch nicht, dass er selbst die Rolle des Takeyama in der Verfilmung (anzusehen z.B. hier auf Youtube) angenommen hat. Der Schwarz-Weiß-Film wird den bildhaften Schilderungen der Erzählung jedoch kaum gerecht. Mishima erzeugt im Kopf des Lesers weit drastischere Bilder, die man lieber wieder vergessen mag. Hier zeigt sich einerseits die Erzählkunst des Autors; andererseits offenbart sich seine Besessenheit von einer Todesästhetik, die man ganz weit von sich weisen mag.

Yukio Mishima, der zwar verheiratet war, dem aber auch homosexuelle Neigungen nachgesagt werden, schreibt mit „Der Onnagata“ über ein Thema, was in Japan Tradition hat: über die gleichgeschlechtliche Liebe zu einem Kabuki-Schauspieler. Der Onnagata Mangiku schlüpft als Kabuki-Darsteller in weibliche Rollen und benimmt sich auch in seiner Freizeit mehr wie eine Frau als ein Mann. Masuyama bewundert den Schauspieler schon seit langem und schließlich beginnt er sogar für das Theater zu arbeiten, in dem Mangiku engagiert ist. Als der junge Kawasaki als Regisseur für ein neues Stück eingestellt wird, bringt er nicht nur neuen Wind, sondern auch viel Missstimmung ins Theater. Masuyama obliegt es, zwischen dem modernen Regisseur und den traditionellen Kabuki-Schauspielern zu vermitteln. Keine leichte Aufgabe, insbesondere da überraschende Gefühle am Werke sind.

„Die Perle“ ist eine humorvolle Betrachtung der Beziehungen zwischen einigen reichen Damen und deren Intrigen. Auf der Geburtstagsfeier von Frau Sasaki kommt eine Perle abhanden. Eine der eingeladenen Damen hat sich da wohl einen bösen Scherz erlaubt, der alle Gäste gleichsam in die Bredouille bringen und das Beziehungsgeflecht der Damen untereinander beeinflussen wird.

Die Kurzgeschichte „Windeln“ umfasst nur sechs Seiten, fesselt aber vielleicht sogar mehr als einige längere Erzählung in dem Band: Toshiko wird Zeuge der überraschenden Niederkunft ihres neuen Hausmädchens. Das uneheliche Kind wird Toshikos Schicksal bestimmen.

„Die Brandung“ ist eher Roman als Erzählung. Yukio Mishima adaptiert hier die klassisch-griechische Liebesgeschichte von Daphnis und Chloe: In den 50er Jahren lebt der 18-jährige Halbwaise Shinji zusammen mit Mutter und Bruder auf der Fischerinsel Uta-jima. Als die schöne Hatsue auf die Insel zu ihrem Vater zurückkehrt, verliebt sich Shinji zum ersten Mal. Für die Inselbewohner ist klar, dass Hatsue bald verheiratet werden soll. Wer würde da besser passen, als Yasuo, der sich immer exzellent in Szene zu setzen weiß, aber eigentlich ein recht fauler Hund ist. Der stille, arme Shinji erscheint überhaupt nicht auf dem Radar der Erwachsenen als potenzieller Partner von Hatsue. Doch Hatsue findet dafür umso mehr Gefallen an Shinji. Jedoch bleiben die amourösen Gefühle der beiden nicht unentdeckt. Hatsues Vater, eine graue Eminenz der Insel, bestraft seine Tochter mit Stubenarrest. Trotz aller Repressalien bleiben sich die beiden Liebenden treu. Ob ihnen ein Happy End vergönnt sein wird?

Yukio Mishima zeigt sich in „Gesammelte Erzählungen“ als ein Autor, der der Atmosphäre eine Dichte geben kann, die fast schon – wie in „Patriotismus“ – unerträglich werden kann. Teilweise wirken seine Darstellungen extrem überästhetisiert, teilweise kann man sich in die Beschreibungen bestens einfühlen. Eine gewisse Ambivalenz empfindet man ob Mishimas Biographie und Lebenseinstellung an vielen Stellen des Bandes – was die Lektüre aber sicherlich bereichert und für die Auswahl der Werke spricht.

Bibliographische Angaben:
Mishima, Yukio: „Gesammelte Erzählungen“ (Übersetzung aus dem Amerikanischen: Hengst, Ulla bzw. Übersetzung aus dem Japanischen: Benl, Oscar & Uslar, Gerda v.), Rowohlt, Reinbek 1971, ISBN 3-498-09280-4

Montag, 9. Februar 2015

„Shiokari Pass“ von Ayako Miura

Nobuo Nagano wächst in der Meiji-Zeit dem Glauben auf, dass seine Mutter kurz nach seiner Geburt verstorben ist. Erst nach dem Tod der traditionell eingestellten Großmutter, die den Jungen erzogen hat, wird er mit der Wahrheit konfrontiert: Die Mutter war nicht gestorben, sondern wurde von der Großmutter verstoßen, da sie dem verpönten christlichen Glauben anhing. Der Vater hatte die Mutter weiterhin im Geheimen besucht und so kehren nach dem Ableben der Großmutter nicht nur die Mutter, sondern auch eine kleine Schwester zurück.

Nobuo ist arg verstört von der neuen Situation. Warum hat ihn die Mutter verlassen? War ihr dieser christliche Gott wirklich wichtiger als er, der leibliche Sohn? Der christliche Glaube wird wie eine Mauer zwischen ihm und der Mutter stehen.

Große Teile von Ayako Miuras Roman „Shiokari Pass“, der sich fast wie ein Jugendbuch liest, sind Nobuos Kindheit und Jugend gewidmet. Während der Schulzeit findet Nobuo in Yoshikawa einen Freund fürs Leben. Später wird Nobuo wie Yoshikawa nach Hokkaido gehen. Nobuo beginnt Yoshikawas kranke Schwester Fujiko zu lieben und schwört, sie zu heiraten, sobald sie gesundet. Fujiko ist im Krankenbett zum Christentum konvertiert. Nobuo ist so fasziniert von der inneren Stärke der Kranken, dass er sich doch stärker mit dem Christentum und der Bibel befasst, obwohl er seit seiner Kindheit eine starke Abneigung gegen den christlichen Glauben entwickelt hat. Schließlich wird auch Nobuo in den Bann der Bibel gezogen und er wird zum glühenden Verfechter des Christentums. Nobuo gilt bald als mustergültiger Christ par excellence.

Bereits auf dem Cover wird auf den „erschütternden Höhepunkt am Pass“ hingewiesen. Ayako Miura erzählt mit „Shiokari Pass“ eine wahre Begebenheit nach, die [Achtung: Spoiler!] an eine Märtyrergeschichte erinnert. So ganz will einem allerdings nicht einleuchten, dass der Märtyrertod die einzige realistische Lösung gewesen sein soll. Vielmehr mag man fast unterstellen, dass dieser vielleicht bewusst gesucht wurde – und das vergällt mir das Ende des Romans.

Dank Ayako Miuras Popularität erreichte „Shiokari Pass“ hohe Auflagen, während andere christliche Literatur nur in Kleinstauflagen verlegt wurde. Zudem wurde der Roman verfilmt – wer Lust hat, der kann den Film, der erst zu Nobuos Zeit in Hokkaido einsetzt, hier auf Bibel TV in deutscher Übersetzung ansehen.

Bibliographische Angaben:
Miura, Ayako: „Shiokari Pass“ (Übersetzung aus dem Japanischen: Engelmohr, Karl), VLM, Bad Liebenzell 1985, ISBN 3-88002-131-7

Freitag, 30. Januar 2015

„Der Sturm“ von Yasushi Inoue

Im Jahr 1782 kam die Shinsho-maru vom Kurs ab; nach monatelanger Irrfahrt trieb das fast navigationsunfähige Handelsschiff auf die Küste der Aleuten-Insel Amtschitka (= Amchitka; damals noch unter russischer Verwaltung) zu. Yasushi Inoue erzählt mit „Der Sturm“ die wahre Geschichte der Besatzung rund um Kapitän Kodayu nach.

Zwar ist die Freude der Schiffbrüchigen groß, als sie endlich wieder festen Boden unter den Füßen spüren, doch der Schock soll bald folgen: Aufgrund der widrigen Witterungsbedingungen zerschellt ihr Schiff vor Amtschitka – und so werden die Hoffnungen auf baldige Rückkehr nach Japan zerstört. Es gilt, sich zunächst mit den russischen Felljägern, die auf ihre Ablösung hinharren, und den Eingeborenen von Amtschitka zu arrangieren.

Die harten Winter finden ihre Opfer unter den Besatzungsmitgliedern, doch schließlich soll die Ablösung für die Russen endlich kommen. Freude macht sich breit, Amtschitka verlassen zu können, doch erneut soll ein Schiff vor der Insel zerschellen. Kodayu, seine Mannschaft und die Russen wollen nun ihr Schicksal in die eigenen Hände nehmen und mit einem selbstgebauten Schiff aufs Festland übersetzen. Kodayu hofft, hier von der russischen Regierung Hilfe für eine Rückkehr nach Japan zu bekommen. Doch die Mühlen der Bürokratie mahlen extrem langsam: In Irkutsk halten sich die Japaner besonders lang auf und erhalten zunächst die Weisung, als Japanisch-Lehrer tätig zu werden – ihr Wunsch auf Rückkehr wird abgelehnt.

Das restliche Häuflein der japanischen Überlebenden arrangiert sich unterschiedlich mit der Situation: Shozo, der wegen Erfrierungen ein Bein verloren hat, findet beispielsweise im Christentum seinen Trost. Der Weiberheld Shinzo lässt sich von der Witwe Nina verwöhnen. Der wissbegierige Isokichi geht dem Geologen Laxman zur Hand. Und Kodayu nimmt sich den Wissenschaftler Laxman zum Vorbild und dokumentiert seine Erlebnisse. Kyuemon dagegen mag sich überhaupt nicht mit dem Leben in Russland anfreunden und wünscht sich nichts sehnlicher, als in seiner Heimat Ise begraben zu werden. Die Männer können nicht ahnen, dass sich Japan zwischenzeitlich immer stärker abschottet.

Auf Anraten Laxmans begibt sich Kodayu in dessen Begleitung nach Sankt Petersburg. Die letzte Hoffnung auf Rückkehr besteht darin, niemand Geringerem als der Zarin Katharina höchstpersönlich das Gesuch der Japaner zu unterbreiten.

Leider liest sich Yasushi Inoues Roman anfangs recht dröge und zu dokumentarisch. Die Leiden und Gefühle der Schiffsbesatzung kommen fast gar nicht zu Geltung. Erst als die sehr zusammengeschrumpfte Mannschaft in Irkutsk angekommen ist, wird auf die einzelnen Charaktere intensiver eingegangen. Der lineare zeitliche Aufbau trägt zudem dazu bei, dass man sich wenig in die Geschichte hineingezogen fühlt. Wer sich ein Quäntchen Spannung bei der Lektüre erhalten möchte, sollte das Vorwort links liegen lassen und direkt in den Roman einsteigen. Denn nur so bleibt die große Frage offen: Wird es den Japanern gelingen, wieder in ihre Heimat zurückzukehren?

Bibliographische Angaben:
Inoue, Yasushi: „Der Sturm“ (Übersetzung aus dem Japanischen: Mrugalla, Andreas), Suhrkamp, Frankfurt am Main 1995, ISBN 3-518-40678-7