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Mittwoch, 3. August 2011

Yukio Mishima

Yukio Mishima wurde 1925 unter dem Namen Kimitake Hiraoka geboren. Er wuchs bei seiner Großmutter auf und kehrte erst im Alter von 12 Jahren in den Haushalt der Eltern zurück. Mit seiner Mutter verband ihn eine enge Bindung, während der Vater auf militärischen Drill setzte. Auf Drängen seiner Großmutter besuchte Yukio Mishima eine elitäre staatliche Schule, auf der er sich eingehend mit Literatur beschäftigte.

Da ihm irrtümlich eine Tuberkulose attestiert wurde, war er vom Militärdienst während des zweiten Weltkriegs befreit und schloss 1947 sein Jurastudium ab. Nach nur einem Jahr Arbeitstätigkeit im Finanzministerium kündigte er und widmete sich ganz dem Schreiben. 1949 erschien der autobiographische Roman „Geständnis einer Maske“, mit dem sich Mishima als Homosexueller outete. Dennoch heiratet er 1958 Yoko Sugiyama, mit der er zwei Kinder hatte. Zuvor war bereits auch eine Hochzeit mit der späteren Kaiserin Michiko in Betracht gezogen worden. "Geständnis einer Maske" war so erfolgreich, dass der 24-jährige Mishima zum Literaturstar wurde.

Doch Mishima war nicht nur schriftstellerisch, sondern auch politisch aktiv. 1968 gründete er die rechtsgerichtete Privatmiliz Tatenokai, die sich dem Schutz des Tennos verschrieb. 1970 nahmen Mishima und seine Anhänger den diensthabenden Kommandanten der japanischen Selbstverteidigungsstreitkräfte als Geisel und riefen die Soldaten dazu auf, das Parlament zu besetzen und das Kaiserreich wiederherzustellen. Der Putschversuch scheiterte kläglich; die Soldaten wollte Mishima nicht einmal zuhören. Mishima beging daraufhin Seppuku/Harakiri; sein mutmaßlicher Partner Morita Masakatsu sollte ihn als Sekundant enthaupten. Nach mehreren fehlgeschlagenen Versuchen, musste ein anderer Anhänger der Tatenokai diese Aufgabe übernehmen. Auch Morita Masakatsu beging daraufhin Seppuku.

Mishimas Mutter soll bei der Beerdigung gesagt haben: "Zum ersten Mal in seinem Leben hat er getan, was er dringlich und immer tun wollte. Seien Sie glücklich für ihn."

Nicht nur daher ranken sich um diesen spektakulären Selbstmord Mishimas genügend Gerüchte: Richtete er sich selbst, da der Putschversuch so kläglich scheiterte oder war er nur ein Vorwand, um den lange im Voraus geplanten Selbstmord zu rechtfertigen? Oder war es gar ein Doppelselbstmord zweier Liebender?

Mishima schrieb unter anderem 40 Romane, 18 Theaterstücke und 20 Bände mit Kurzgeschichten – einige Werke darunter waren mehr dem schnellen Profit wegen geschrieben worden als aus literarischem Engagement. Sie handeln meist von den Themen Sexualität, Tod, Selbstmord, Opferbereitschaft und politischem Wandel. Mishima wurde dreimal für den Nobelpreis nominiert, ohne ihn jedoch zu erhalten.

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Weitere ins Deutsche übersetzte Essays:
  • Zu einer Ethik der Tat

Kommentare:

  1. Nach Der Ausritt doppelte Klammer

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  2. Ist geändert! Vielen Dank für den Hinweis! Mir fallen die vielen kleinen Fehler leider schon gar nicht mehr auf.

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