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Dienstag, 5. Juli 2011

„Der Schatten der blauen Katze“ von Naoyuki Ii

Noayuki Iis Roman „Der Schatten der blauen Katze“ thematisiert gleich mehrere Probleme der japanischen Gesellschaft: Unter anderem das Abschieben von älteren Angestellten, Arbeitslosigkeit, Armut und Generationskonflikt.

Der Roman dreht sich um Yayima, einen Mann um die 50 Jahre, der nach dem Platzen der Wirtschaftsblase in eine aufreibende Abteilung abgeschoben wird. Von seinem Freund übers Ohr gehauen rutscht er in die Arbeitslosigkeit. Doch mit familiärem Rückhalt durch seine Frau und Engagement einer Freundin gelingt es ihm, sich erfolgreich selbstständig zu machen. Doch nun liegt das Privatleben im Argen: Seine Tochter Ryu hat Probleme in der Schule, beginnt sich die Nächte in der Stadt um die Ohren zu schlagen und hat Kontakt zu zwielichtigen Gestalten. Zudem liegt der Freund, der ihn einst betrogen hat, im Sterben.

Parallel wird von Yayimas erster Ferienliebe im Teenageralter und von den sexuellen Eskapaden seines Onkels erzählt..

Das erste Drittel von Naoyuki Iis „Der Schatten der blauen Katze“ ist turbulent, mitreißend und spannend. Leider flacht die Handlung etwas ab, als der Protagonist Yayima ins Philosophieren über In- und Outgroup-Phänomene gerät. Und auch in der weiteren Handlung hält er immer wieder den moralischen Zeigefinger hoch, während er sich doch insgeheim über den baldigen und unausweichlichen Tod seines ehemaligen Freundes freut. Das macht ihn zu einem unangenehmen Charakter, mit dem man sich als Leser so gar nicht identifizieren mag. Schade, dass der Rest vom Buch mit dem grandiosen ersten Drittel nicht mehr mithalten kann – ist hier dem Autor etwas der Drive abhanden gekommen? Vielleicht mag dieser Eindruck auch damit zusammenhängen, dass sich der Roman nicht entscheiden will, ob er ein Wirtschaftsthriller, Familiendrama oder einfach nur ein bisschen böse Unterhaltung sein will.

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